Endometriose

Endometriose-Erfahrungsbericht von Rose

1. Februar 2019
Endometriose-Erfahrungsbericht von Rose

Immer wieder zeigt sich, wie unterschiedliche Endometriose Erfahrungen wir machen. Bisher gebe ich hier auf meinem Blog lediglich einen Einblick in meine eigenen Erfahrungen mit Endometriose, doch dies möchte ich gerne ab sofort ändern. Meine Vision ist es, den Leserinnen hier die Vielfalt an Endometriose Erfahrungen aufzuzeigen.

Ich habe mir somit in den letzten Wochen ein paar Gedanken gemacht, wie genau ich dies realisieren könnte. Wichtig war mir dabei, dass ich dich und andere Leserinnen hier noch mehr mit einbeziehe, damit auch du ein Teil von meinem Blog werden kannst.

Folgende neue Idee ist somit für 2019 geboren

Ich führe hiermit eine neue Reihe ein, in der ich dir die Möglichkeit gebe, deine Endometriose Erfahrungen mit uns zu teilen. Jeden Monat werde ich somit ab sofort einen Endometriose-Erfahrungsbericht einer Leserin hier auf meinem Blog veröffentlichen. Ziel ist es, allen Endomädels eine weitere Stimme zu geben, so dass wir gemeinsam die Fassetten der Endometriose aufzeigen.

Den Anfang macht heute Rose, die ich über Instagram kennengelernt habe, und die trotz vieler schlechter Endometriose-Erfahrungen positiv geblieben ist und sich sehr für die Bekanntheit der Krankheit und für andere Endomädels einsetzt.

Endometriose-Erfahrungsbericht von Rose

Hallo, mein Name ist Rose und ich bin 26 Jahre alt. Ich lebe seit 6,5 Jahren mit meinem Lebensgefährten zusammen und arbeite in der Altenpflege. Ich leide an Endometriose – Grad 3 aufsteigend zu 4.

Meine Beschwerden fingen 2008 nach meiner Blinddarmentfernung an und gingen schleichend voran. Aber seit Januar 2015 nach meiner Eileiterschwangerschaft fing es dann so richtig an mit den Beschwerden.

Meine Diagnose

Die Diagnose Endometriose bekam ich im Sommer 2016. Nach vielen Arztbesuchen. Oftmals habe ich gesagt bekommen, es sein nur Phantomschmerzen wegen der Eileiterschwangerschaft.

Als ich meine Diagnose erhalten habe, ging es mir sehr schlecht. Ich habe keinerlei Auskünfte erhalten oder wurde sonst irgendwie aufgeklärt. Mein damaliger Gynäkologe hatte selbst keine Ahnung davon und da stand ich dann mit einem riesen großen Fragezeichen über dem Kopf.

Meine Operationen

Ich hatte seit 2008 insgesamt 15 Operationen. Darunter waren einige Bauchspiegelungen, „wir gucken mal rein“- OPs und Ausschabungen wegen Fehlgeburten oder nicht richtig entwickelter Embryo sowie dementsprechend Resteausschabung. Zwei Jahre nach meiner Diagnose hatte ich meine erste Endometriose-Sanierung. Das musst du dir einmal vorstellen, zwei Jahre nach meiner Diagnose, nachdem sie Proben entnommen haben, haben sie erst eine Sanierung gemacht. Bei meiner Diagnose bekam ich Grad 2 und nun bin ich bei Grad 3 bis aufsteigend zu 4. Mein Weg war anstrengend und nervenaufreibend. Niemand hat mir geglaubt und niemand wollte mir zuhören.

Was mir gegen meine Beschwerden geholfen hat bzw. noch immer hilft

Gute Frage! Trotz meiner Diagnose und meiner Sanierung bin ich immer noch am Anfang. Ich halte nichts davon, Dinge zu tun, mit denen ich mich selbst nicht anfreunden kann bzw. mich nicht wohl dabei fühle. Ich nehme seit Jahren die Pille (Maxim) im Langzeitzyklus und habe trotzdem Beschwerden. Ohne Hormone würde ich es allerdings leider nicht überstehen. Die Pille hat trotzdem für mich sehr blöde Nebenwirkungen, aber ich nehme diese gerne in Kauf, da es mir ohne Pille noch schlechter gehen würde.

Zudem nehme ich gerne eine warme Dusche, schlafe viel, nehme Schmerzmittel, Wärmflasche und ganz viel Flüssigkeit (Tee). Ich bewege mich unglaublich viel tagsüber und ich glaube das macht es bei mir aus. Ich treibe kein Sport, weil ich das nicht mehr kann. Aber ich bin ständig auf den Beinen, ob zu Hause oder auf Arbeit. Es lenkt mich ab und lindert meinen Druck und Schmerz. Auf Dauer geht das natürlich nicht. Aber mir wurde bereits eine Hormontherapie mit der Visanne angeboten. Ich konnte mich mit ihr nicht anfreunden und habe sie abgelehnt. Für mich war das eine gute Entscheidung.

Ich stehe wie gesagt noch ganz am Anfang. Ich habe keine Reha oder andere Therapien, wie Physiotherapie, Yoga, Schmerztherapie, Wärmetherapie und was es nicht alles gibt, gemacht. Mit einer Ernährungsumstellung fange ich auch gerade erst an. Für mich ist die Endometriose so vielseitig. Ich bin ein Mensch, der ungern verzichtet und vor allem wenn nichts 100% klar ist, was genau man darf und was nicht bzw. was hilft und was nicht. Ich bestimme das alles für mich selbst.

Wie es bei mir weitergeht

Wir haben jetzt das Jahr 2019 und ich möchte vieles neu herausfinden und neu angehen. Mir geht es momentan eher nicht so gut. Meine Gebärmutter soll entfernt werden. Zudem bin ich inkontinent durch die Endometriose geworden und das nicht wenig. Ich sollte wieder operiert werden, aber ich habe mich dagegen entschieden. Und nun gehe ich einen anderen Weg. Die Endometriose läuft mir ja schließlich nicht weg. Hahaha.

Ich kann dir nur von mir erzählen und jeder Mensch ist individuell. Jeder empfindet anders. Nicht jeder hat den gleichen Schmerz. Auch wenn du dich unverstanden fühlst, suche dir Menschen, die dir helfen und dich unterstützen. Du bist nicht an deiner Krankheit schuld. Ich habe viele Menschen verloren. Aber auch so unglaublich viele tolle dazu bekommen. Es ist nicht leicht, aber mache das Beste draus. Du musst immer positiv bleiben, auch wenn dir die Decke auf den Kopf fällt. Genieße das Leben. Und vor allem habe Durchhaltevermögen und lasse dich nie abwimmeln von Ärzten. Dann gehe eben zu dem nächsten, bis du ordentliche Hilfe bekommst.

Ich bin auf Instagram unter @mlme8245 sehr aktiv. Dort kannst du mehr über meine Leben mit der Endometriose erfahren. Wie ich damit umgehe. Zudem support ich sehr gerne andere Endosisters, indem ich gute Beiträge reposte. Von und für Endomädels, realisiere ich zudem viele Projekte. Bei YouTube findet man kleine Einblicke von „meinen“ Projekten. Ich beantworte viele Fragen und bin immer erreichbar für alle Mädels.

Bitte glaub an dich und gebe dich niemals auf. Wir wollen alle etwas im Leben erreichen! Aber es ist nicht schlimm, wenn du nicht permanent geradeaus läufst und öfters mal nach rechts und links abbiegen musst. Ich bin so oft abgebogen, da würden einige die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Bleib immer du selbst und BLEIB STARK!

Deine Rose

WOW, wirklich immer wieder ergreifend, wieviel Rose mit ihren grade mal 26 Jahren bereits durchmachen musste. Und damit ist sie leider nicht allein. Rose und ich verfolgen die gleiche Vision: Wir wollen anderen Frauen mit Endometriose helfen besser mit der Krankheit umzugehen und so wieder langfristig am normalen Leben teil zu haben.

Wenn auch du deinen Endometriose-Erfahrungen mit den Leserinnen hier teilen möchtest, dann bewirb dich gerne mit deinem Erfahrungsbericht plus ein Porträt/Selfie von dir per E-Mail an kontakt@allaboutchrissi.de bei mir. Bitte orientiere dich beim Erstellen deines Berichts an folgende gewünschte Inhalte:

  • Vorstellung von dir
  • Seit wann bestehen bei dir Beschwerden?
  • Wann bekamst du die Diagnose?
  • Wie ging es dir damit?
  • Wie verlief dein Weg von Diagnose bis heute, z.B. wie viele OPs hattest du bisher?
  • Was hat dir gegen die Beschwerden am besten geholfen?
  • Wie geht es dir heute?
  • Was kannst du den anderen Leserinnen empfehlen?
  • Optional: Wo kann man was über dich lesen (z.B. Social Media Kanäle) und was bietest du den Lesern dort?
  • Schlusswort

Aus allen eingehenden Erfahrungsberichten wähle ich jeden Monat einen Bericht aus, den ich veröffentliche. Hast du Lust ein Teil meines Projekts zu sein? Dann freue ich mich auf deine E-Mail!

Insgesamt ist mir bei den Erfahrungsberichten wichtig, dass wir nicht Horror und Schrecken verbreiten, sondern aufzeigen, wie es uns erging, sodass sich andere Leserinnen damit identifizieren können. Zudem ist es hilfreich, wenn wir aufzuzeigen, was uns geholfen hat, damit wir mit den Beiträgen anderen Endomädels helfen, besser mit der Endometriose umzugehen.

Bei Fragen oder Anmerkungen kannst du mir wie immer gerne eine E-Mail über mein Kontaktformular schreiben oder einen Kommentar hinterlassen.

Wenn du Fragen an Rose hast, leite ich diese gerne für dich weiter oder du schreibst ihr direkt bei Instagram.

Ich freue mich von dir zu hören!

Deine Chrissi

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